FDP-Landesparteitag verpasst Bundespolitikern einen Denkzettel
Nach fast elf Stunden war es soweit: Der Leitantrag „Barrierefrei statt Hürdenlauf“ – Grundsätze einer liberalen Politik für Menschen mit Behinderung wurde nach längerer Antragsberatungsdebatte unter großem Beifall der Delegierten verabschiedet. Zuvor hatte der FDP-Landesparteitag über mehrere Satzungsänderungsanträge abgestimmt. Kreisvorsitzender Hans-Peter Bensch konnte stolz vermelden, dass „alle acht Delegiertenstimmen des FDP-Kreisverbandes Tuttlingen vertreten und unsere Delegierten mit am längsten in Offenburg präsent waren.“
Die deutlich schlechteren Ergebnisse der Landesvorsitzenden Birgit Homburger, zugleich Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion mit 66,8 % Ja-Stimmen und ihres stellvertretenden Landesvorsitzenden Ernst Burgbacher, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, mit 64,9 %; bei den Vorstandswahlen wurden als Denkzettel für das nach wie vor unzureichende Erscheinungsbild der schwarz-gelben Bundesregierung bewertet. Und war von beiden Bundespolitikern auch so erwartet worden. «Ein Parteitag braucht manchmal ein Ventil», so die Landesvorsitzende zu ihrem Resultat.
Unmittelbar nach ihrer Wahl bedauerte die Landeschefin, dass viele Kritiker ihren Ärger nicht in der Aussprache geäußert hatten. «Ich bin offen für jede Kritik, aber ich bin eben für offene Kritik», rief sie den etwa Delegierten zu. 
Landesjustizminister Ulrich Goll wurde von den Delegierten dagegen als frisch gekürter Spitzenkandidat für die Landtagswahl 2011 mit sehr guten 87,7 % zum zweiten stv. Landesvorsitzenden und Europaabgeordneter Michael Theurer mit 75 % Ja-Stimmen als dritter Stv. Landesvorsitzender in ihre bisherigen Positionen wiedergewählt.
Birgit Homburger hatte zuvor in ihrer Rede dafür geworben, der schwarz-gelben Koalition im Bund eine Chance zu geben. «Wir haben verstanden, dass sich etwas ändern muss. Die Lage für die FDP ist schwierig. Die Stimmung ist gedrückt.» Das Hauptproblem sei gewesen, so die Landesvorsitzende, dass die Projekte der Bundesregierung in den eigenen Reihen immer wieder zerredet wurden. Deshalb müsse das Motto jetzt heißen: «Schluss mit der Streiterei.»
Foto oben (v.l.n.r.): Uwe Freudenthal (Gast), Susi Fauser (Delegierte), Hans-Peter Bensch (Delegierter), Oliver Hirt (Delegierter), Ernst Burgbacher (Delegierter), Anne Neugebauer (Delegierte), Wirtschaftsminister Ernst Pfsiter, Karl Haller (Delegierter) und Andreas Anton (Ersatzdelegierter für Claus-Peter Bensch).





besonders auf ihre Kosten: So standen auch noch der Besuch einer Berliner Berufsfeuerwehrwache sowie der Bundesanstalt des Technischen Hilfswerkes an. Allerlei Kurioses und Belustigendes über Berlin erfuhr die Gruppe von ihrem Reisleiter vom Bundespresseamt – natürlich in typischer Berliner Schnauze. So konnte man lernen, dass die verschlungene Plastik „Large Butterfly“ von Henry Moore, welche vor dem Kongresszentrum im Großen Tiergarten zu bewundern ist, von Einheimischen auch gerne als „ Harald Juhnkes Leber“ bezeichnet wird.