Tuttlinger JuLis beim Landesperteitag der FDP-Baden-Württemberg
Wenn sich die Süd-West FDP beim traditionellen Dreikönigsparteitag in der Liederhalle Stuttgart einfindet, dürfen die Tuttlinger JuLis natürlich nicht fehlen. Für den FDP-Kreisverband Tuttlingen haben aus den Reihen der JuLis Kreisvorsitzender Claus-Peter Bensch, Programmatiker Andreas Anton und Andreas Pauker – unser Mann in der FDP-Bundesgeschäftsstelle – die Delegiertenkarten geschwungen. Pascal Bronner hat sichergestellt, dass wir den liberalen Kurs nicht verlassen und Martin Gassner war in seiner Funktion als Landesvorstandsmitglied immer und überall zur Stelle um die Forderungen des LaVos zu untermauern.

Als ersten Programmpunkt haben wir eine gewohnt kämpferische und scharfe Rede der FDP-Landesvorsitzenden und Fraktionsvorsitzenden der FDP-Bundestagsfraktion Birgit Homburger, MdB erlebt. Die unerschrockene Badenerin hat hervorgehoben, dass die FDP im Landtag maßgeblich für Verbesserungen bei der neuen Werkrealschule, für eine stärkere Autonomie der Schulen und für die Bildungsoffensive mit gut einer halben Milliarde Euro gesorgt hat. Den ersten Redebeitrag bei der Aussprache hatte, wie jedes Jahr, der Landesvorsitzende der JuLis – und damit war auch die friedliche Atmosphäre dahin. Leif Schubert hat das Rekord-Defizit in den staatlichen Kassen scharf kritisiert. “Wir sehen bei 100 Milliarden Euro neuen Schulden nicht das ernsthafte Bemühen für Einsparungen. Da sind wir als Julis bitter enttäuscht”. Auch beim Grundsatzprogramm, das von einer eigens dafür eingerichteten Kommission vorgelegt wurde, sah er erhebliche Mängel. Dementsprechend zahlreich waren auch die Änderungsanträge aus den Reihen der JuLis.
Weitere Redner bei der Aussprache waren unter anderem ein temperamentvoller Bundeswirtschaftsminister Brüderle, MdB, unser Wirtschaftsminister Ernst Pfister, MdL der von Birgit Homburger den Titel „Mister Mittelstand“ bekam und unser Parlamentarischer Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium Ernst Burgbacher, MdB, der in seiner Funktion als Tourismusbeauftragter der Bundesregierung eindringlich die Notwendigkeit des vergünstigten Mehrwertsteuersatzes begründete und auf die Bedeutung der Tourismuswirtschaft gerade in unserer Region hinwies.
Nach der Aussprache ging es dann zur Sache, konkret: in die Antragsberatung des Grundsatzprogramms. Das Programm umfasst mit seinen 21 Seiten einen Prolog, eine Präambel, sieben Säulen, drei Fundamente und einen Epilog. Nach der Vorstellung durch die Grundsatzkommission ging für die JuLis der Landesprogrammatiker Jens Brandenburg zur Gegenrede ans Rednerpult. Wie auch schon Leif Schubert in der Aussprache, lobte er das Verfahren der Grundsatzkommission, welches sich durch die Einbindung aller interessierten Basismitglieder auszeichnete. Bemängelt wurde, dass das Programm nicht ausreichend auf die Probleme des demografischen Wandels eingeht, dass der Freiheitsbegriff mit „Anstand“ verbunden wird und dass in Sachen Gleichstellung alternativer Lebensgemeinschaften ein sehr konservativer Kurs gefahren wird. Aber nicht nur die JuLis hatten Änderungswünsche. Dem Parteitag lagen über 200 Änderungsanträge vor, über die diskutiert und entschieden werden musste.
Dementsprechend lang ging dann auch die Antragsberatung. Wir haben insgesamt etwa acht Stunden am Grundsatzprogramm geschraubt. Von den Anträgen der JuLis wurde zwar der Großteil angenommen, die grundlegenden Änderungsanträge hat der Parteitag jedoch abgelehnt. Dies hat den Landesvorstand der JuLis dazu bewogen die JuLi-Delegierten dazu aufzurufen das Grundsatzprogramm insgesamt abzulehnen. Ebenso verhielt es sich mit den Liberalen Senioren, die sich auf Grund der Mängel hinsichtlich des demografischen Wandels zum Veto verpflichtet fühlten. Am Ende wurde das Programm mit breiter Mehrheit angenommen. Auf Grund der kontroversen Debatte, auch innerhalb der Tuttlinger JuLi-Delegierten, bleibt dies in diesem Bericht unkommentiert. Wer sich ein Bild über das Grundsatzprogramm machen möchte kann den Antrag auf www.fdp-dreikoenig.de finden und in kürze sicher auch das geänderte und beschlossene Grundsatzprogramm.
Da der Parteitag bis 18.00 Uhr angesetzt war und sich alleine die Antragsberatung des Grundsatzprogrammes bis nach 20.00 Uhr hinauszog wurden leider keine weiteren Anträge behandelt. Sämtliche weiteren Anträge wurden auf Vorschlag der Landesvorsitzenden Birgit Homburger an den Landesvorstand verwiesen, der sich gewissenhaft um die Berücksichtigung der Forderungen auf Landesebene einsetzt. Für die JuLis eine gute Sache, da wir gerade aus Südbaden wichtige Anträge eingebracht haben. Alle Anträge der JuLis findet Ihr auf www.julis.org beim Landesverband. Alle weiteren Infos zum Parteitag, zum Ball und zur Kundgebung gibt es auch auf www.fdp-dreikoenig.de.

besonders auf ihre Kosten: So standen auch noch der Besuch einer Berliner Berufsfeuerwehrwache sowie der Bundesanstalt des Technischen Hilfswerkes an. Allerlei Kurioses und Belustigendes über Berlin erfuhr die Gruppe von ihrem Reisleiter vom Bundespresseamt – natürlich in typischer Berliner Schnauze. So konnte man lernen, dass die verschlungene Plastik „Large Butterfly“ von Henry Moore, welche vor dem Kongresszentrum im Großen Tiergarten zu bewundern ist, von Einheimischen auch gerne als „ Harald Juhnkes Leber“ bezeichnet wird.